Tag des offenen Denkmals 2021

Die Potsdamer können am 11. und 12. September zahlreiche Potsdamer Denkmale von innen bestaunen.

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Über Carl Hagen

Der Denkmaltag wird um 10 Uhr an der Villa Carlshagen (Foto: Hans-Jürgen Krackher) eröffnet. Die Villa ist Sitz der Health and Medical University Potsdam.

Bewohner der im Jahre 1900 erbauten Villa war der Bankier Carl Hagen und seine Familie, die ein wechselvolles Schicksal erlebt hat. Mit dem jüdischen Familiennamen Levi geboren, nahm Carl Hagen nach seiner Hochzeit den Namen seiner Ehefrau an. Er war national gesinnt und nahm als Offizier am 1. Weltkrieg teil. Carl Hagen ist der Urgroßvater der Rocksängerin Nina Hagen, die die bewegende Familiengeschichte auf Facebook veröffentlichte.

Carl Hagen verstarb 1938, nachdem er noch 1936 seinen 70. Geburtstag als großes gesellschaftliches Ereignis gefeiert hatte. Carl Hagens Sohn, Karl-Viktor, emigrierte 1938 über die Sowjetunion und China in die USA. Wie viele Emigranten ging er freiwillig zum Militär und wurde US-Staatsbürger. Als amerikanischer Soldat kehrte er nach Deutschland zurück. 1948 war er mitverantwortlich für die Organisation der Luftbrücke zur Versorgung von Westberlin mit Lebensmitteln und Kohle. Bei einem Flugzeugabsturz in Königsstein im Taunus kam er ums Leben. Karl-Viktor Hagen wurde in Ostberlin beigesetzt, auf dem Denkmal am Platz der Luftbrücke in Westberlin ist er namentlich genannt.

Über Nina Hagen

Der Sohn von Karl-Viktor Hagen wurde von den Nazis im Zuchthaus eingesperrt und gefoltert. Nach der Befreiung 1945 wurde Karl-Viktor Hagen Drehbuchautor und Schriftsteller. Er litt zeitlebens an den Folgen seiner Gefangenschaft. 1955 wurde Nina Hagen als Tochter von Karl-Viktor Hagen und der Schauspielerin Eva-Maria Hagen geboren. Nach Repressionen im Zusammenhang mit der Ausweisung des Liedermachers Wolf Biermann reisten Eva-Maria Hagen und Tochter Nina 1977 in die Bundesrepublik aus. 


Denkmaltag 2021

Das bundesweite Motto der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für dieses Jahr lautet „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“. 

Wie auch bereits im Vorjahr können Denkmalinteressierte die verschiedenen Orte in diesem Jahr sowohl live, als auch digital von zu Hause erleben. Dem bundesweiten Aufruf der Deutschen Stiftung Denkmalschutz folgend haben die Potsdamer Kulturerben auch in diesem Jahr Videos ihrer Denkmale erstellt. Diese werden erneut über den YouTube-Kanal der Stadt Potsdam unter folgendem Link zu sehen sein: 

https://www.youtube.com/landeshauptstadtpotsdam

Darüber hinaus öffnen aber auch wieder zahlreiche Denkmale ihre Türen, Tore und Pforten. Denkmale, Parks und Gärten ermöglichen interessierten Besuchern auch vor Ort die Gelegenheit, sich den verschiedenen Objekten im persönlichen Austausch mit Restauratoren, Architekten und den zuständigen Vereinen in entspannter Atmosphäre zu nähern – stets unter Einhaltung der zurzeit erforderlichen Regelungen.

Der Denkmaltag soll alle Interessierten dazu einladen, neue Einblicke in die zahlreichen historischen Orte der Landeshauptstadt zu erlangen. Allen Besuchern wird die Möglichkeit geboten, Fragen rund um das Thema Denkmal zu stellen und die Beteiligten werden ihrerseits von den Herausforderungen und Möglichkeiten berichten, die sich im Umgang mit den einzelnen Objekten ergeben.

Das Programm zum diesjährigen Denkmaltag steht Ihnen auch in diesem Jahr wieder in digitaler Form zur Verfügung. Bei Bedarf können Sie es sich gern bequem von zu Hause ausdrucken, Sie finden es am Ende dieser Seite.

Ansprechpartnerin in der Unteren Denkmalschutzbehörde:

Das bundesweite Programm: Der Tag des offenen Denkmals wird jedes Jahr bundesweit durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert und findet in diesem Jahr wieder sowohl digital, als auch live vor Ort statt.